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Gärtnern statt Gewichte stemmen

Seit Monaten sind Fitnessstudios geschlossen. Nun stellt sich die Frage: Sind sie entbehrlich? Die Bundesregierung meint: Die körperliche Aktivität sei nicht zurückgegangen. Die Zahlen der Branche sagen etwas ganz anderes

Auf dem Sofa liegen, Dosenravioli essen und Nichtstun – wer das macht, der werde zum Helden der Corona- Krise. So jedenfalls lautete die Botschaft einer Video-Kampagne der Bundesregierung, die Bürger im Winter zum Daheimbleiben animieren sollte. Sport machen? Das wäre auch kaum möglich gewesen, sind Fitnessstudios und Sportvereine doch seit Monaten fast überall geschlossen.

Glaubt man der Bundesregierung, scheinen baldige Öffnungen auch nicht nötig zu sein. Die Menschen bekämen offenbar auch so genügend Bewegung, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP- Fraktion hervorgeht, die WELT vorliegt. „Nach derzeitiger Datenlage besteht in Folge dieser Beschränkungen kein signifikanter Rückgang der körperlichen Aktivität“, heißt es darin. Grund dafür könnten die Alternativen sein, mutmaßt die Bundesregierung, und nennt allen voran die digitalen Ersatz- Angebote vieler Vereine und Fitnessstudios. Konkrete Erkenntnisse dazu lägen der Bundesregierung allerdings nicht vor.

Sind Fitnessstudios plötzlich entbehrlich? Ihre Existenzberechtigung will die Bundesregierung den Betrieben zwar nicht absprechen: „Sportvereine und Fitnessstudios unterstützen mit ihren Angeboten die Bevölkerung dabei, regelmäßig und ausreichend körperlich aktiv zu sein und somit dem Risiko verschiedener physischer Erkrankungen und psychischer Beschwerden vorzubeugen“, heißt es in der Antwort. Diesem Ziel würden aber auch Aktivitäten im Alltag wie Fahrradfahren, längere Spaziergänge und Gartenarbeit dienen.

Die Studiobetreiber sind entsetzt, zeigen ihre Daten doch etwas ganz anderes. „Die Antwort ist bodenlos“, sagt Birgit Schwarze, Präsidentin des Arbeitgeberverbandes deutscher Fitnessund Gesundheits-Anlagen (DSSV), WELT. Die Branche widerspricht den Aussagen der Bundesregierung scharf und verweist auf die vorläufigen Ergebnisse einer aktuellen Studie der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG). Demnach sinke die Motivation der Menschen, sich sportlich zu betätigen, mit zunehmender Dauer des Lockdowns immer weiter. „Alternative Trainingsformen wie Radfahren werden aktuell nur von knapp einem Viertel der Trainierenden tatsächlich praktiziert“, heißt es darin. Die Folge: eine Verschlechterung des körperlichen Befindens.

Unterstützung erhält die Branche aus der Opposition. „Sinn und Wirkung von Sportvereinen und Fitnessstudios sind niemals vergleichbar mit Gartenarbeit und Spazierengehen“, sagt die sportpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Britta Dassler. Die Antwort mache fassungslos und sei die Spitze vieler Respektlosigkeiten der Bundesregierung gegenüber der Leistung Tausender Ehrenamtlicher und Sportunternehmer in der Pandemie.

Sind Fitness-Studios entbehrlich? Das Krisenmanagement betont, auch Fahrradfahren, längere Spaziergänge und Gartenarbeit dienten der körperlichen GesundheitPICTURE ALLIANCE/ SVENSIMON/ FRANKHOERMANN

Wissenschaftler betonen immer wieder den präventiven Nutzen von Sport in Einrichtungen oder Vereinen. Das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle kann gesenkt, das Immunsystem gestärkt werden. Ob die monatelangen Schließungen gesundheitliche Folgen bezüglich verschiedener Erkrankungen haben, wisse die Bundesregierung aber nicht, wie aus der Antwort hervorgeht. Es sei nicht akzeptabel, dass das Krisenmanagement keinerlei Kenntnis über die gesundheitlichen Folgen hat, fügt Dasslers Abgeordnetenkollege Pascal Kober hinzu. „Sport sollte vielmehr als Teil der Pandemiebekämpfung betrachtet und in die Corona-Strategie miteinbezogen werden“, fordert der FDP-Sozialpolitiker. Der Bund müsse Regelungen treffen, die eine echte und differenzierte Risiko-Nutzen-Abwägung zulassen.

Aus Sicht der Grünen kommen Öffnungsdebatten jedoch zum falschen Zeitpunkt. „Auch Fitnessstudios tragen zur Gesundheitsprävention bei, sie sind ein wichtiger Teil der Sportlandschaft“, sagt Monika Lazar, sportpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. „In der aktuellen Lage, zu Beginn der dritten Welle, halte ich Öffnungen von Fitnessstudios für nicht vertretbar.“ Derzeit müsse alles daran gesetzt werden, das exponentielle Wachstum bei den Neuinfektionen zu stoppen.

Laut einer aktuellen Erhebung des Hermann-Rietschel-Instituts der Technischen Universität Berlin ist die Infektionsgefahr in Fitnessstudios bei hoher Auslastung tatsächlich hoch. Demnach liegt der sogenannte R-Wert in Fitnessstudios bei halber Belegung und ohne Maskentragen bei 3,4. Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Sind die Clubs nur zu 30 Prozent ausgelastet, liegt der R-Wert laut Wissenschaftler immerhin noch bei 1,4. Zum Vergleich: Ein Kino komme bei gleicher Auslastung nur auf einen Wert von eins. Deutlich höher sei das Risiko aber im Großraumbüro. Bei einer Belegung von 50 Prozent und ohne Maskentragen steckt eine infizierte Person hier im Schnitt acht weitere an.

„Die Branche verfügt über funktionierende Sicherheits- und Hygienekonzepte“, heißt es dazu vom DSSV. Diese müssten in die Beurteilung des Ansteckungsrisikos einbezogen werden. Zwischen dem ersten und dem zweiten Lockdown haben die Unternehmen reagiert: Mehr Platz wurde zwischen den Geräten geschaffen, außerhalb des Trainings galt Maskenpflicht. Werden diese Maßnahmen eingehalten, reduziere sich die Infektionsrate stark, argumentiert die Branche. Zuspruch kommt selbst von Politikern der Regierungsparteien- :„Fakt ist doch: vernünftige Hygienekonzepte liegen auf dem Tisch“, sagt Mahmut Özdemir, sportpolitischer Sprecher der SPD. Ihm sei es ein großes Anliegen, dass Sportvereine und Fitnessstudios wieder durchstarten können, sobald es die Infektionslage erlaube. „Hier wünsche ich mir den nötigen Pragmatismus, um Sport wieder möglich zu machen.“

Den Clubbetreibern dürfte es nicht allein um die Fitness ihrer Kunden gehen, sondern auch ums Geld. In Deutschland gibt es rund 10.000 Fitnessstudios mit knapp zwölf Millionen Mitgliedern. Bereits jetzt ist das diesjährige Neukundengeschäft um 45 Prozent eingebrochen. Hinzu kommen Kündigungen aus dem vergangenen Jahr. „Die Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand“, sagt Verbandspräsidentin Schwarze. Die finanzielle Not scheint jedenfalls groß zu sein: So haben die privaten Fitness-Betriebe über die verschiedenen Programme hinweg bislang mehr als 15.000 Hilfsanträge gestellt, wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht. Die bewilligte Fördersumme beläuft sich auf fast 285 Millionen Euro. Und noch immer warten einige Betriebe auf ihr Geld. Selbst bei der Überbrückungshilfe I, die für die Monate Juni bis August 2020 gewährt wurden, stehen Zahlungen aus. Auch bei den sogenannten November- und Dezemberhilfen sind noch Beträge in einstelliger Millionenhöhe offen.

Dabei schöpften die Betriebe zuletzt wieder Hoffnung. Bund und Länder hatten in ihren jüngsten Beschlüssen den Studios Perspektiven in Aussicht gestellt. Ein vierter Öffnungsschritt sollte den kontaktfreien Sport im Innenbereich ermöglichen. Und zwar dann, wenn sich die Sieben-Tage-Inzidenz nach dem dritten Öffnungsschritt zwei Wochen lang nicht verschlechtert hat und der Wert in dem jeweiligen Land oder der Region unter 50 liegt. Mittlerweile wurde diese Perspektive aber von der Realität eingeholt. Zu Wochenbeginn lag die Sieben-Tage-Inzidenz in 396 von insgesamt 412 deutschen Landkreisen bei über 50 – Tendenz vielerorts steigend.

Hoffnungen gibt es zumindest in manchen Regionen. Im Saarland sollen nach Ostern die Fitnessstudios wieder öffnen dürfen, wie etwa auch Kinos oder die Außengastronomie. Voraussetzung ist ein tagesaktueller negativer Schnelltest. Auch in Hessen und Schleswig-Holstein bleiben Einrichtungen weiter offen – allerdings unter strengsten Bedingungen und bei vorheriger Anmeldung. Die Plätze dürften rar sein. So darf in Hessen auf einer Fläche von 40 Quadratmetern maximal eine Person trainieren, in Schleswig-Holstein müssen es gar 80 Quadratmeter sein.


Söder warnt vor „Dauerwelle bis in den Sommer“ – jetzt droht die Notbremse

Steigende Infektionszahlen

Leserkomentar vom Apendix, 20.03.21 in Welt Online

Es gibt keine neue Welle, es gibt seit etwas mehr als einem Jahr eine Covid-19 Erkrankung, mit einem volatilen Verlaufsgeschehen. Zu den Lebensrisiken ist ein Weiteres hinzugetreten, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Deutschland braucht keine Notbremse, Deutschland braucht eine neue und vor allem verhältnismäßige, angemessene und nicht übertriebene Politik.

Ich bin beileibe kein Sozialdarwinist, habe selber Pflegegrad 4, Defibrillator implantiert, Rollstuhl und diese Zeilen entstehen nur, weil es eine Diktierfunktion gibt. Ich fühle mich von Söder und anderen Verantwortlichen als Alibi für diese grausamen Maßnahmen der Isolation missbraucht.

 Ich habe selber mehrere Wochen die furchtbare Abschottung im Pflegeheim durchleiden müssen. Den handelnden Personen, die den Shutdown über Deutschland verhängt haben, werde ihn nie wieder auch nur das geringste Vertrauen entgegenbringen.

Gesellschaft zerstört, Wirtschaft ruiniert, Ausbildung eingestellt, persönliche Lebensläufe kaputt gemacht. Wann begreifen die Verantwortlichen endlich, dass man durch Shutdowns die Pandemie nicht bekämpfen kann. Wann legen sie endlich Fatalismus an den Tag.

Der Tod gehört zum Leben und man kann nicht jeden Menschen retten. Es ist zynisch, Benchmarks über die Hoffnungen, Sehnsüchte und Wünsche der Menschen zu stellen. Wer jetzt von weiteren Einschränkungen oder gar neuen Maßnahmen redet, versündigt sich an Deutschland und seinen Menschen.

Die Regierungen in Bund und Ländern haben die moralische Legitimation für die Führung der Bevölkerung verloren. Das Festhalten an den Maßnahmen ist kein Kampf gegen die Pandemie mehr, sondern ein Kampf gegen die Menschen


Ein Artikel der digitalen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 06.03.2021
Public Health

Doppelte Pandemie

Von Berit Uhlmann

Im November, als der herbstliche Trübsinn auf die massiv anschwellende zweite Corona-Welle traf, sah die Bundesregierung die Zeit gekommen, es einmal mit Humor zu versuchen. In einem Video erklärte sie ihren Bürgern, wie unglaublich leicht sie zu Helden dieser nie da gewesenen Krise werden können. Sie müssten einfach gar nichts tun und auf diese Weise daheim bleiben. Wenngleich man dem Clip einen gewissen Charme nicht absprechen kann, muten die Details doch seltsam an. Da bewirbt eine Regierung den Kampf gegen ein Gesundheitsproblem ausgerechnet mit einem Protagonisten, der schlaff auf der Couch hängt, sich eine Handvoll Chips in den Mund steckt und aus einer rot-weißen Dose trinkt, während im Hintergrund große Fertigpizzen herbeigeschleppt werden. In der Szenerie fehlt nur noch der überquellende Aschenbecher. Es ist schließlich Pandemie. Was soll's?

Mit diesen Details entlarvt das Video einen gigantischen blinden Fleck in der aktuellen Krise. Was die Welt seit einem Jahr erlebt, wird im Großen und Ganzen als eine Art Naturgewalt wahrgenommen; als eine Welle, die unerwartet über die Menschheit hereingebrochen ist, die auf Ereignissen im fernen Asien beruht, die rein gar nichts mit dem hiesigen Leben zu tun haben. Übersehen wird, dass gewichtige Gründe für die Dramatik der Pandemie weder exotisch noch neu sind. Man findet sie auf exakt jenen Sofas, die die Bundesregierung im Kampf gegen Corona bewirbt.

Denn die Welle schwerer Covid-Erkrankungen wird von einer Welle altbekannter Zivilisationsleiden angetrieben, die zu einem großen Teil auf Fehlernährung und Bewegungsmangel zurückgehen. "Nicht übertragbare Krankheiten - insbesondere Adipositas, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen - sind neben dem Alter der wichtigste Risikofaktor für schwere Verläufe und Tod bei Covid-19", sagt Peter von Philipsborn, Wissenschaftler an der Pettenkofer School of Public Health an der LMU München. "Tatsächlich sind wir mit einer doppelten Pandemie konfrontiert."

Wie mächtig der Einfluss der Grunderkrankungen auf den Covid-Verlauf ist, lässt sich beispielsweise aus den Statistiken der US-Seuchenbehörde CDC herauslesen. Für das Sterberisiko eines Infizierten ist demnach das Alter der entscheidende Faktor - unabhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand. Nicht aber für die schweren Krankheitsverläufe: Ein Mittdreißiger mit einem Grundleiden wie Diabetes hat ein ebenso hohes Risiko, wegen Covid-19 auf die Intensivstation verlegt zu werden, wie ein gesunder über 80-Jähriger. Die Wahrscheinlichkeit des fitten Hochbetagten, im Krankenhaus behandelt zu werden, liegt auf dem Niveau eines vorerkrankten Mittvierzigers, wie aus einer Auswertung von insgesamt 1,3 Millionen Covid-Fällen hervorgeht.

In einer aktuellen Studie im Journal of the American Heart Association schätzen Forscher um Dariush Mozaffarian von der Tufts University, dass in den USA 64 Prozent aller Covid-Klinikbehandlungen auf nur vier ernährungsbedingte Leiden zurückgehen: starkes Übergewicht, Diabetes, Bluthockdruck und Herzinsuffizienz. Man kann über die Details der Annahmen, die in diese Modellierung einflossen, streiten. Doch der Trend ist klar. Ein großer Teil der schweren Covid-Fälle wäre prinzipiell vermeidbar.

Die Gründe, warum die erkrankten Körper so stark auf das Virus reagieren, sind noch nicht ganz verstanden. Eine Rolle könnte unter anderem spielen, dass die Immunantwort der Patienten geringer ausfällt, dass sie stärker zu Entzündungsreaktionen neigen, dass Menschen mit Übergewicht eher Atemprobleme bekommen, was kritisch werden kann, wenn die Lunge durch die Infektion beeinträchtigt wird. Ähnliches dürfte auch für die geschädigten Lungen von Rauchern gelten.

Dass es jedoch einen Zusammenhang zwischen nicht übertragbaren Leiden und dem Verlauf von Infektionskrankheiten gibt, ist schon länger bekannt. Auch die Erreger von Sars und Mers, beides ebenfalls Coronaviren, hatten Menschen mit chronischen Leiden besonders hart getroffen. Bei der Influenza kennt man das Phänomen ebenfalls. "Frustrierend", nennen es die Autoren eines Überblicksartikels, dass dieses Wissen so lange ignoriert wurde. Dabei hatte sich schon früh in der aktuellen Pandemie gezeigt, dass auch Sars-CoV-2 Menschen mit Vorerkrankungen schwer zusetzt.

Dennoch blieb die Antwort weltweit eher einseitig, wie Richard Horton, Herausgeber des britischen Fachmagazins Lancet in dem Journal kritisierte. Wissenschaft und Politik wurden und werden überwiegend von den Arbeiten der Modellierer und Infektionsspezialisten bestimmt, die die Gesundheitskrise allein aus dem jahrhundertealten Blickwinkel des Seuchenschutzes sehen. Die Prävention ist darauf ausgerichtet, Übertragungen zu unterbinden - mit einer Entschlossenheit, die bis an die Grenze dessen geht, was Gesellschaften aushalten. Gegen den zweiten Aspekt, die nicht übertragbaren Krankheiten, wird dagegen auffallend wenig unternommen.

Dabei könnten Betroffenen womöglich schon Kurzzeitinterventionen helfen. "Wir wissen, dass allein eine Veränderung der Ernährung, auch ohne Gewichtsverlust, die metabolische Gesundheit innerhalb von nur sechs bis acht Wochen verbessert", sagt der Kardiologe Mozaffarian, Hauptautor der Studie im Journal of the American Heart Association. Es brauche dringend mehr Erkenntnisse, inwieweit sich dadurch auch schwere Covid-Verläufe verhindern ließen. Doch hohe Priorität maß man solcher Forschung bislang nicht zu.

Umfragen deuten darauf hin, dass sich Bewegungsmangel und Fehlernährung in den vergangenen Monaten teilweise verstärkt haben


Auch Präventionsmöglichkeiten, die sich an die breite Bevölkerung wenden, kommen nur sporadisch zum Einsatz. "Manche Länder haben Corona zum Anlass genommen, mehr für die Gesundheitsförderung zu tun", sagt Peter von Philipsborn. Die britische Regierung hat beispielsweise mit Bezug auf die Corona-Pandemie angekündigt, ungesunde Quengelware an den Supermarktkassen zu untersagen und Kinder besser vor Werbung für nachteilige Produkte zu schützen. "In Deutschland setzt die Bundesregierung hingegen weiter ganz auf Freiwilligkeit der Industrie - einen Ansatz, dessen Wirkungslosigkeit gut belegt ist", so der Public-Health-Forscher. Dabei wäre die Werbeeinschränkung aktuell wahrscheinlich besonders hilfreich. Barbara Bitzer, Sprecherin des Wissenschaftsbündnisses Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten sagt: "Wir wissen, dass Kinder jetzt im Lockdown mehr Medien konsumieren - schützen sie aber nicht vor diesem schädlichen Einfluss dort."

Auch die Steuerpolitik bietet hilfreiche Hebel. Die Bundesregierung hat ja bewiesen, dass sie mit Steuersenkungen schnell sein kann, als sie im vergangenen Jahr auf diese Weise die Wirtschaft ankurbeln wollte. Die Reduzierungen hätte man für gesunde Produkte durchaus beibehalten oder noch ausbauen können, schlägt Philipsborn vor. Finanzieren ließen sie sich durch höhere Abgaben auf besonders ungesunde Produkte - eine Forderung, die auch Barbara Bitzer unterstützt.

Längerfristig wäre es wichtig, Corona-Konjunkturprogramme auch dazu zu nutzen, in gesunde Lebensbedingungen für alle zu investieren, so Philipsborn. Dazu gehören nahrhafteres Essen in Kitas und Schulen, mehr Sportangebote in Bildungseinrichtungen, Investitionen in die Infrastruktur, die Menschen mehr Bewegung ermöglichen, sowie eine Stärkung der Gesundheitsämter auch über den Infektionsschutz hinaus.

All diese Maßnahmen sind kein Neuland, das man mühevoll erkunden muss. Sie sind seit vielen Jahren bekannt, werden immer wieder gefordert und in einer Reihe von Ländern bereits erprobt. Für die Gesellschaft hätten sie sehr wenig Nachteile. "Sie würden den Alltag der Menschen kaum beeinträchtigen, ihn oft sogar erleichtern und verbessern", sagt Bitzer. Ihr Nutzen dagegen dürfte groß sein, auch wenn sich die Effekte im Detail nur schwer beziffern lassen. In der aktuellen Pandemie würden sie womöglich die Belastungen durch schwere Krankheitsverläufe mildern, zumindest aber eine weitere Verschärfung der Lage abwenden. Denn die Crux ist, dass die Pandemiebekämpfung die Risikofaktoren für die Zivilisationskrankheiten - und damit für schwere Covid-Verläufe - noch erhöht. Umfragen deuten darauf hin, dass sich Bewegungsmangel und Fehlernährung in den vergangenen Monaten zumindest teilweise verstärkt haben. "Nicht wenige Menschen haben im Lockdown zugenommen", sagt Barbara Bitzer.

Vor allem aber könnten die Interventionen auch jenseits der Pandemie unzählige Menschenleben retten. Nicht ansteckende Krankheiten, die zu einem großen Teil auf ungesunden Lebensstil zurückgehen, sind für 90 Prozent aller Todesfälle in Deutschland verantwortlich. Sie sind zudem eng mit sozialen Ungleichheiten verknüpft - einem massiven gesellschaftlichen Problem. Noch dazu trägt ein Lebensstil mit fleischbasierter Ernährung und permanentem Autofahren beträchtlich zum Klimawandel bei. Größer kann das Problem kaum sein.

Eine Brauerei druckt auf ihre Etiketten zwei Lungenflügel und zwei Lungenflügel und den Slogan: "Gutes Bier ist wie Luft: Man kann nicht ohne leben"


Warum also steht es dann nicht längst ganz oben auf der Agenda? Politisch ist das Vorgehen gegen die Zivilisationskrankheiten nicht unbedingt attraktiv. Wer sich ihm verschreibt, hat es mit mächtigen Industriezweigen zu tun, mit massivem Lobbyismus, mit einem Teil der Bevölkerung, der eine Beeinflussung seiner Gewohnheiten durch den Staat um jeden Preis verhindern will - selbst wenn das eigene Leben der Preis ist. Im Zweifelsfall erntet der Krisenmanager, der die Hemdsärmel hochkrempelt, um dem verhassten Virus den Kampf anzusagen, mehr Sympathien als der Kollege, der auf die Sofas der Bürger abzielt und ihren Lebensstil ändern will. Wie der Klimawandel ist auch die Welle der nicht übertragbaren Krankheiten ein langsam wachsendes Phänomen; ihr fehlt die Dringlichkeit der akuten Krisen. Umgekehrt braucht es Zeit, bis durchschlagende Erfolge sichtbar werden. Oft dauert es so lange, dass ein Politiker riskiert, die Früchte seiner Arbeit nicht mehr selbst ernten zu können.

"Covid-19 zeigt wie in einem Brennglas, was in der Prävention nicht funktioniert", sagt Stefanie Gerlach von der Deutschen Adipositas- Gesellschaft. Das gilt besonders für Deutschland, das in diesem Punkt hinter vielen Ländern zurückbleibt. Dennoch glauben Experten, dass die Corona-Krise auch eine Chance bietet. "Sie hat ja gezeigt, dass Politik durchaus in der Lage ist, den Schutz der Gesundheit an erste Stelle zu setzen, und dass die Bürger dies auch erwarten und mittragen", so Barbara Bitzer.

Sicher ist derweil: Die Tabak-, Alkohol- und Lebensmittelindustrie hat die Chancen der Krise längst erkannt. Jene Hersteller, deren Produkte zu den aktuellen Problemen mit beitragen, haben sich schon vor Langem als "Helden und Partner der Krisenbewältigung positioniert und sich in politische Entscheidungen eingemischt", sagt Lucy Westerman von der NCD Alliance, einem weltweiten Zusammenschluss von Organisationen, die sich nicht ansteckenden Krankheiten widmen. Die Dachorganisation hat Hunderte Beispiele für diese Taktik zusammengetragen: Tabakkonzerne, die Gelder an Hilfsorganisationen spenden, die sich gegen die Lungenerkrankung Covid engagieren. Eine Brauerei, die auf ihre Etiketten zwei Lungenflügel sowie den Slogan druckt: "Gutes Bier ist wie Luft: Man kann nicht ohne leben". Werbung, die an die Konsumenten appelliert, mehr Pommes frites zu essen, um die heimische Landwirtschaft zu unterstützen. Kostenlose Gesichtsmasken, die aber nur Kunden bekommen, die gleich zwei Fast-Food-Produkte auf einmal kaufen.

Und dann gibt es noch die Werbeaktion der Restaurantkette Burger King, die die US-Amerikaner auffordert, zum "Couch potatriot" zu werden. Die Wortschöpfung vereinigt die Begriffe Couchpotato und Patriot. Voraussetzung für das zweifelhafte Attribut ist: auf dem Sofa liegen und Fast Food konsumieren. Es ist kein ermutigendes Zeichen, dass diese Reklame sehr an das Werbefilmchen der Bundesregierung erinnert.

Berit Uhlmann
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Berit Uhlmann, schreibt als Redakteurin im Wissensressort vor allem über Gesundheitsthemen. Hat Public Health an der London School of Hygiene and Tropical Medicine sowie Germanistik und Romanistik in Bonn und Mailand studiert. Volontariat bei der Nachrichtenagentur ddp. Hält es für gesund, gut zu kochen und jeden Tag ein paar Seiten Literatur zu lesen.


Heilmittel Wasserstoffperoxid

Die Geschichte von Wasserstoffperoxid & Gesundheit

Die Geschichte von Wasserstoffperoxid geht weit zurück: Sauerstoffwasser wurde schon früher von berufenen Ärzten in verdünnten Lösungen direkt in die Muskeln und Venen gespritzt. Damals wurden auch Einläufe gemacht und H2O2 in Form von Sprays in die Nase gespritzt.

Seit der Entdeckung des Stoffes im Jahr 1818 wurde viel geforscht und die außergewöhnlichen Heilerfolge reichlich dokumentiert. Viele bis zu diesem Zeitpunkt auch unheilbare Infektionskrankheiten konnten mit diesem Stoff besiegt werden.

Wasserstoffperoxid ist keine Arznei im eigentlichen Sinn, es ist leicht zu beschaffen, einfach herzustellen und nicht patentierbar.

Warum ist das so?

Die meisten, angeblich ansteckenden, Infektionskrankheiten sind auf ein schwaches Immunsystem zurückzuführen. Die körpereigene Abwehr ist schwach, weil der Körper unter einem Mangel an Sauerstoff leidet. Dieser Zustand führt zu einer Übersäuerung des gesamten Körpermilieus. Die meisten krankheitserregenden Keime leben in einem sauerstoffarmen bzw. sauren Milieu. Sie können deshalb in einer sauerstoffreichen Umgebung nicht leben.

Warum ist das so?

Ganz einfach: Es werden KEINE Stabilisatoren verwendet!

Warum verzichten wir auf Stabilisatoren? Stabilisatoren im Wasserstoffperoxid kann man mit Konservierungsstoffen in Lebensmitteln vergleichen. Zwar machen diese Konservierungsstoffe die Lebensmittel länger haltbar. Allerdings haben diese Stoffe viele Nachteile für unsere Gesundheit. Unsere Gesundheit steht aber an erster Stelle! Daher wird ganz bewusst auf Stabilisatoren verzichtet!

Folgende Erkrankungen konnten mit H2O2 bereits erfolgreich behandelt werden:

✅ Krankheiten der Nase, des Rachens, der Atmungsorgane: Asthma, Schnupfen, Grippe, Entzündungen der Bronchien und des Rachens, Angina, Pseudo-Krupp, Keuchhusten, Tuberkulose, Diphterie und Scharlach.

✅ Entzündungen und ansteckende Krankheiten des Verdauungstraktes: Magenentzündungen, Magengeschwüre, Magenblutungen, Vergiftungen, Verstopfungen, Durchfälle, Cholera, Gelbfieber und Thyphus.

✅ Entzündungen und ansteckende Augenkrankheiten: Hornhaut-, Augenlider- und Augenentzündungen, Hornhauttrübungen.

✅ Entzündungen und eiternde Krankheiten der Ohren: Mittelohrentzündungen und Tubenkatharr.

✅ Krankheiten der Mundhöhle und der Zähne: Abszesse der Alveolen, Gaumen- und Zahnfleischentzündungen und Blutungen, Karies und Zahnfäulnis.

✅ Chronische und akute Geschwüre: Abszesse, Bubonen, Karbunkel, Krebs, Lupus, Aftergeschwüre, Analfisteln und Hämorrhoiden.

✅ Krankheiten des Uro-Genitaltraktes:  Tripper, Harnwegentzündungen, Muttermund-, Gebärmutterentzündungen, Gebärmutterkrebs, Vaginalabszesse, Geschwüre, Blasenentzündungen, Nieren- und Nierenbeckenentzündungen, Diabetes I+II

✅ Hautkrankheiten: Ekzeme, Juckreiz, Sonnenbrand, Akne, Entzündungen der Haut durch Mücken- und Moskitostiche, Herpes Zoster, Flechten, Windpocken, Frostbeulen, aufgesprungene Hände und Sommersprossen.

Weitere Anwendungsbeispiele für Wasserstoffperoxid finden Sie auch in der beiliegenden Übersicht von HS ACTIVA.

Sie erhalten das Produkt bei uns im FTZ. Fragen Sie einfach an der Theke danach.


Klaus Püschel obduziert Corona-Opfer

Rechtsmediziner: „Covid-19 ist eine ernste, aber keine besonders gefährliche Erkrankung“


120 Expertenstimmen zu Corona

Der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel hat an Kanzlerin Angela Merkel appelliert, Deutschland langsam wieder aufzumachen. ‚Jetzt ist der richtige Zeitpunkt‘, sagt Püschel dem ‚Hamburger Abendblatt‘.


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